Runder Tisch nimmt Arbeit auf
Am heutigen Freitag nahm der Runde Tisch der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch die Arbeit auf. Bereits im Vorfeld hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger an die Teilnehmer appelliert, nach schnellen Antworten zu suchen.
- Datum
- 23.04.2010
"Der institutionalisierte Dialog über Prävention und Aufarbeitung sollte mit großer Ernsthaftigkeit, jenseits parteipolitischer Interessen geführt werden", forderte Leutheusser-Schnarrenberger gegenüber dem Hamburger Abendblatt.
Insbesondere in den Unterarbeitsgruppen müssten die möglichen rechtspolitischen Folgen aus den Missbrauchsfällen offen diskutiert werden. "Da erwarte ich lebendige, kontroverse Debatten", sagte die Bundesjustizministerin in einem Interview mit dem SWR2. Dabei werde auch die schwierige Frage der Entschädigung der Opfer thematisiert. Entschädigungen müssten nicht notwendiger Weise finanzieller Art sein, zumal viele Opfer gar nicht damit rechneten. Es gehe aber zumindest um "irgendeine Form von Anerkennung für die Leiden, die ihnen in der Vergangenheit zugefügt wurden."
Zum Hintergrund:
Den Vorsitz am Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch übernehmen Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, Bildungsministerin Schavan und Familienministerin Schröder. Zur unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung wurde die ehemalige Familienministerin Bergmann berufen.
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung werden in den kommenden Wochen zwei Unterarbeitsgruppen die konkrete Arbeit aufnehmen. Die von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geleitete Untergruppe wird sich unter anderem mit der Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs, den möglichen rechtspolitischen Folgen und der Anerkennung des Leidens der Opfer sexuellen Missbrauchs befassen.
Das Eingangasstatement von Bundejustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger können Sie hier nachlesen.

